Eg-Schule

digitales Lernen Archiv

Freitag

3

Januar 2020

0

Kommentare

Digitale Übersetzungsarbeit im Lateinunterricht mit automatischer Überprüfung und Rückmeldung

Geschrieben von , Eingetragen in digitales Lernen, Latein

Viele Bereiche des Lateinunterrichts lassen sich gut in digitale Form übertragen oder digital unterstützen. Für Wortschatzarbeit gibt es digitale Vokabelkarteien wie Quizlet, zur Grammatikeinführung Lernvideos und zur Übung interaktive Aufgaben wie etwa LearningApps. Ein Bereich, der bislang jedoch sehr wenig bis gar nicht in großem Stil sinnvoll digitalisiert wurde, ist die Übersetzung lateinischer Texte. Zu komplex und zu individuell ist die Übersetzungsarbeit, als dass man sie in eine digitale Variante übertragen könnte. Übersetzungen müssen aufgeschrieben und im Unterrichtsgespräch oder durch Korrektur der Lehrkraft auf Richtigkeit überprüft werden.

Doch H5P sei Dank gibt es doch eine Möglichkeit für eine digital gestützte Übersetzungsarbeit, die zwar nicht perfekt ist, aber sogar zusätzliche Vorteile bietet gegenüber dem Übersetzungsvergleich im Plenum. Mit einer etwas abgewandelten Nutzung der Funktion „Essay“, die eigentlich dazu gedacht ist, Zusammenfassungen auf Schlagworte zu überprüfen. Für eine Lateinübersetzung wären nicht nur Schlagworte vorzugeben, sondern Übersetzungen fast aller Worte im Text in mehreren Varianten. Ein Beispiel (Martial, Epigramme 1, 32):

Wie funktioniert die Erstellung?

Die große Herausforderung beim Erstellen ist es, zu erkennen, welche Wörter und Varianten ich eingeben muss, damit der Lernende bei der Überprüfung die richtigen Rückmeldungen angezeigt bekommt. Das heißt, wenn er statt „weshalb“ „warum“ schreibt, es ihm nicht als Fehler angerechnet wird. Zugleich muss auch erkannt werden, welche Fehler wahrscheinlich sind und an dieser Stelle die Rückmeldung besonders genau vorbereitet werden. So arbeitet man sich Schlagwort für Schlagwort durch den Text und gibt eine möglichst große Zahl Varianten an. Das sieht in etwa so aus:

Was ist zu beachten?

  • Je länger der Text, desto schwieriger ist es, die Überprüfung so vorzubereiten, dass alles auch korrekt überprüft wird, weil Wörter doppelt vorkommen usw.
  • Es lohnt sich, Wortblöcke zusammenzufassen und mit Hilfe der Variantenfunktion die verschiedenen Satzstellungen anzugeben.
  • Je komplexer der Text, desto mehr Varianten müssen vorbereitet werden. Auch können die angezeigten Hilfen nur sehr allgemein bleiben.
  • Es sollte ein begrenzter Wortschatz vorgegeben werden, etwa mit Vokabellisten, um die möglichen Varianten der Übersetzung eines Wortes zu begrenzen.
  • Es besteht die Möglichkeit, kleinere Tippfehler zu ignorieren. Das kann aber gerade bei Tempora auch problematisch sein, da zwischen „liebe“ und „liebte“ nur ein Buchstabe liegt.

Was sind die Vorteile?

Der entscheidende Vorteil ist, dass gegenüber einem Übersetzungsvergleich im Plenum jeder einzelne Lernende ein Feedback zu seiner Übersetzung bekommt. Da es für viele schwierig ist, im Übersetzungsgespräch die eigene Übersetzung mit der (durch einen anderen) präsentierten zu vergleichen und zu bestimmen, ob sie ebenso richtig ist oder Fehler enthält, wird gesichert, dass wirklich jeder über seine Übersetzung noch einmal nachdenkt. Auch eine Lehrkraft kann dies außer durch das Einsammeln und korrigieren aller Übersetzungen nicht leisten.

Tatsächlich ist die große Eigenverantwortung und Selbständigkeit bei der Arbeit mit dieser Variante ein weiterer Vorteil. Da es aber auch zu Überforderungen kommen kann, ist die Anwesenheit einer Lehrkraft aber durchaus ratsam. Dadurch, dass die Übersetzung aber in einem geschützten Rahmen überprüft werden kann, können eventuelle Ängste abgebaut werden.

Was sind Nachteile?

Neben der wirklich aufwändigen Erstellung ist der größte Nachteil sicherlich, dass es trotz der Möglichkeiten immer noch Beschränkungen gibt. Zusätzlich hinzugefügte Wörter, die nicht überprüft werden und eingeschränkte Rückmeldemöglichkeiten zeigen, dass die Methode noch nicht perfekt ist. Einiges lässt sich mit Hilfe einer Musterlösung oder einem Blick der Lehrkraft nach dem „Einreichen“ der Übersetzung allerdings abmildern. Obsolet machen wir Lateinlehrer uns hierdurch also nicht.

Die Methode in der Praxis

Ich habe bereits Versuche unternommen, diese Methode in einer Lerngruppe anzuwenden, dort habe ich den Text einer Lehrbuchlektion umgesetzt, was gut funktioniert hat. Die Resonanz war insgesamt sehr positiv und auch mein subjektives Empfinden ist, dass es sich lohnt, die Möglichkeiten weiter auszuloten. Internetzugang und Endgeräte sind natürlich zwingende Voraussetzung, was den Einsatz nicht unbedingt leichter macht.

Freitag

12

Oktober 2018

0

Kommentare

App in die Schule | Navigium Latein Wörterbuch

Geschrieben von , Eingetragen in Apps, digitales Lernen, Latein, Video

Wörterbücher sind ein Thema für sich: Welches nimmt man? Soll es aus Papier sein? Kaufe ich ein elektronisches Wörterbuch? Oder steuere ich ein Onlinewörterbuch an? Eine weitere Möglichkeit wäre eine Wörterbuch-App auf seinem Smartphone zu installieren. Ein ziemlich ausgereiftes Wörterbuch gibt es von Navigium, das es auch in verschiedenen Varianten gibt. Ich habe mir die App angesehen und ein kurzes Video aufgenommen, in dem ich die grundlegenden Funktionen zeige und etwas über die verschiedenen Versionen sage.

Links:
Navigium Homepage
Navigium im Appstore
Navigium im Playstore
Navigium im Mac Appstore
Navigium im Windows Store

Dienstag

28

August 2018

2

Kommentare

Augmented Reality selbst erstellen mit HP Reveal

Geschrieben von , Eingetragen in Apps, digitales Lernen, Unterrichtsidee

Als Augmented Reality („AR“) bezeichnet man grob gesagt eine Erweiterung der Realität mit Hilfe digitaler Ergänzungen. So wird beispielsweise bei einem Blick durch eine Smartphonekamera etwas in der realen Welt sichtbar, was eigentlich gar nicht da ist. Das wohl bekannteste Beispiel hier für ist Pokémon GO, mit dem die digitalen Monster in Parks, auf Straßen usw. erscheinen und sich einfangen lassen.

Solche AR-Elemente lassen sich auch selbst erstellen und zwar mit Hilfe von HP Reveal. Diese sind zwar nicht so komplex, es lassen sich aber mit recht einfachen Mitteln schon kleinere Effekte erstellen, etwa auf einem Arbeitsblatt ablaufende Videos oder bei einem Scan erscheinende Texte und Bilder. Dazu muss man ein sogenanntes „Trigger-Bild“ hochladen und mit den Elementen versehen, die dann erscheinen sollen. Wenn man dieses dann veröffentlicht und mit der HP Reveal App (kostenlos für iOS und Android) scannt, startet die Magie.

Den Erstellungsprozess inklusive eines Beispiels habe ich einmal in einem Video festgehalten:

Wie lässt sich AR nun sinnvoll im Unterricht nutzen? Ein paar lose Gedanken dazu habe ich mir natürlich gemacht. Über Ergänzungen in den Kommentaren freue ich mich!

  • Man könnte die AR-Elemente Nutzen, um Lösungen bzw. Lösungshilfen einzublenden
  • Manchmal möchte man, dass Bilder zunächst ohne Ablenkungen auf die Schülerinnen und Schüler wirken können. Zusätzliche Informationen könnten mittels AR eingeblendet werden.
  • Ich habe eine Stationsarbeit und möchte, dass sich Schülerinnen und Schüler einen Filmausschnitt ansehen und im Anschluss Aufgaben dazu bearbeiten. Ein gedrucktes Vorschaubild könnte beim Scan lebendig werden.
  • Ansonsten starre Schaubilder können dynamisiert werden, Plakate und Poster können mit zusätzlichen Informationen, Bildern und Videos versehen werden.

Noch gibt es leider einige Dinge, die meines Erachtens an HP Reveal verbesser werden könnten, um die Nutzbarkeit noch zu erhöhen. Das wäre:

  • Die Möglichkeit, Textfelder direkt im HP Reveal Studio erstellen zu können. Aktuell funktioniert das nur über den Umweg, Text als Bilddateien zu speichern und einzufügen, da aktuell nur Video-, Bild- und Audiodateien sowie 3D-Modelle eingefügt werden können.
  • Um die Effekte sehen zu können, muss man zumindest zur Zeit zwingend einen Account haben und demjenigen, dessen AR man ansehen will, folgen. Das wird man bei seinen Schülern schwer durchsetzen können. Übergangsweise kann man einen Zweitaccount erstellen und die Zugangsdaten hiervon an die Schülerinnen und Schüler weitergeben. Eine elegante Lösung ist das aber natürlich nicht.

Bleibt zu hoffen, dass HP hier und da noch etwas nachbessert, denn Spaß macht es schon, die erstellten Effekte anzuschauen. Falls ihr einmal meine zwei Beispiele anschauen wollt, die ich hinterlegt habe, könnt ihr gern einmal auf meinem Account vorbeischauen. Eine direkte Verlinkungsmöglichkeit gibt es anscheinend nicht, aber man findet mich dort – natürlich – unter „eg-schule“.

Donnerstag

14

Dezember 2017

1

Kommentare

Audiofeedback mit QR-Codes: Eindrücke vom ersten Versuch

Geschrieben von , Eingetragen in digitales Lernen, Geschichte, Unterrichtsidee

In letzter Zeit wurde im „Twitterlehrerzimmer“ Audiofeedback statt schriftlicher Rückmeldung relativ stark thematisiert. Und da ich mich schon seit Längerem sehr mit dem Thema Feedback beschäftige, war es schnell klar, dass ich das auch ausprobieren wollte. Dank meiner Audioausstattung für meine Videos war das auch relativ leicht realisierbar. Denn während viele Kolleginnen und Kollegen auf die Vocal Recall App setzten, wollte ich lieber alles in eigener Hand haben. Der Datenschutz lässt grüßen. Zumindest wird hier noch eine Überprüfung erfolgen müssen.

Der Versuch

Ich sammelte eine schriftliche Aufgabe in Geschichte ein. Die Schülerinnen und Schüler hatten aus mehreren Aufgaben die Auswahl und sollten eine davon schriftlich abgeben. Da wir besondere Aufmerksamkeit auf die Methodik gelegt haben, wollte ich in meinem Feedback vor allem darauf eingehen. Ziel war es, dass das Feedback den Lernenden hilft zu erkennen, was sie bereits gut machten und was sie verbessern können.

Das Vorgehen

Folgende Arbeitsschritte führte ich durch, um das Audiofeedback zu erstellen und verfügbar zu machen: (mehr …)

Freitag

20

Oktober 2017

0

Kommentare

Videotutorial: Screencasts erstellen mit Screencast-O-Matic

Geschrieben von , Eingetragen in Arbeiten als Lehrer, digitales Lernen, Video

Neben der Erstellung von Erklärvideos für den Unterricht ist eine meiner Aufgaben auch, interessierte Kollegen dabei zu unterstützen, selbst solche Videos herzustellen. Um die Einstiegshürde möglichst niedrig zu halten, mussten zwei Voraussetzungen erfüllt sein: Die Software muss relativ leicht zu bedienen sein und sollte im Idealfall nicht allzu viel kosten. Beides trifft auf Screencast-O-Matic zu, das zwar nicht mit der Funktionsvielfalt des von mir favorisierten Camtasia mithalten kann, aber für Einsteiger sehr gut geeignet ist. Nachdem ich bislang lediglich intern Workshops durchgeführt habe, habe ich mich dazu entschlossen, das Wesentliche nun auch in Videoform anzubieten. Das Ergebnis teile ich gern auch mit allen anderen Interessierten:


Selbstverständlich freue ich mich über Feedback und konstruktive Kritik! Fragen beantworte ich natürlich auch gern, so gut ich kann. Gibt es etwas, worüber ihr gern noch mehr erfahren würdet?

Links:
Screencast-O-Matic
Camtasia

Donnerstag

14

September 2017

0

Kommentare

Ein „Flipped Classroom“-Bericht aus unserer Schule

Geschrieben von , Eingetragen in Arbeiten als Lehrer, digitales Lernen

Wer nach Erklärvideos zu Schulfächern im Netz sucht, landet wahrscheinlich früher oder später auch mal bei Sofatutor. Das Portal bietet aber nicht nur Erklärvideos an, das Team unterstützt und begleitet auch Lehrkräfte, die Videos in ihrem Unterricht einsetzen wollen und verfolgt grundsätzlich die Entwicklungen in diesem Bereich. Zum Ende des letzten Schuljahres war ein kleines Team bei uns zu Gast, um sich ein Bild davon zu machen, wie das „Flipped Classroom“-Prinzip bei uns in der Schule umgesetzt wird. Folgendes Video ist dabei entstanden, in dem auch ich zwei mal zu Wort komme, der ich ja eigene Videos erstelle und nutze und nicht auf kommerzielle Angebote zurückgreife. Auf der Seite von Sofatutor gibt es außerdem einen ausführlichen Bericht.

Samstag

21

Januar 2017

0

Kommentare

Freitag

20

Januar 2017

0

Kommentare

Donnerstag

27

Oktober 2016

0

Kommentare

App in die Schule | Imperator Latein Quiz

Geschrieben von , Eingetragen in Apps, digitales Lernen, Latein

Vokabeln zu lernen macht den wenigsten Schülern Spaß und so ist man über jede Hilfe froh, die diese notwendige Angelegenheit etwas leichter und angenehmer macht. Eine Möglichkeit, lateinische Vokabeln mit spielerischem Anreiz zu wiederholen, bietet die App „Imperator Latein Quiz“, die für iOS und Android verfügbar ist.

Grundlage

Zugrunde liegen der App 5700 Vokabeln, die nach fachwissenschaftlichen und didaktischen Kriterien ausgesucht und implementiert wurden. Aufgeteilt sind diese Vokabeln auf neun Stufen, von denen die ersten beiden Stufen die 500 häufigsten Vokabeln enthalten. Bis Stufe vier wird der schulische Basiswortschatz abgedeckt (d.h. mit den Stufen 1-4 lassen sich nahezu alle Texte, die in der Schule gelesen werden, erschließen). Die Stufen 5-9 enthalten dann zusätzlich den universitären Wortschatz, sodass die App auch für Lateinstudierende geeignet ist. Neben der Grundform sind die üblichen Ergänzungen (wie Genitive oder Stammformen) wie auch Vokallängen enthalten. Bei den Bedeutungen wurden die jeweils wichtigsten ausgewählt. (mehr …)