Was ist und kann Storybook?
Dass die Entwicklungen im Bereich KI so rasant voranschreiten, dass einem schwindlig werden könnte, können wir aktuell mehr denn je beobachten. Ein weiteres Tool, dass ziemlich beeindruckende Resultate liefert, ist Storybook, eine neue und zumindest aktuell noch kostenlose Funktion von Google Gemini. Hiermit lassen sich zehnseitige, bebilderte Kurzgeschichten erstellen, indem man einen Prompt einen groben Rahmen vorgibt. Wie immer gilt: Je genauer die Vorgaben, desto besser die Ergebnisse.
In meinem allerersten Test wollte ich die Geschichte eines Lateinlehrers erzählen, der seine Schüler für sein Fach begeistern möchte. Das Design sollte im Animestil gehalten sein. Hier einmal mein genauer Prompt:
„Erstelle mir die Geschichte eines Lateinlehrers, der seine Schülerinnen und Schüler für das Fach Latein begeistern möchte. Dazu denkt er sich immer neue Möglichkeiten und Aktivitäten aus, die er in seinem Unterricht ausprobiert. So werden die Schülerinnen und Schüler nach und nach von desinteressierten Schülern zu begeisterten Lateinlernern. Der Stil der Bilder soll im Anime-Stil gehalten sein.“
In wirklich sehr kurzer Zeit hat er mir dann ein Storybook zusammengestellt, das eine kohärente Geschichte erzählt und angemessen illustriert ist. Und das in nicht einmal einer Minute Vorarbeit meinerseits. Wenn man noch mehr Zeit und Gedanken investiert, kann man sicher zu noch besseren Ergebnissen kommen.
Hier einmal Blick in das Ergebnis:
Chancen und Herausforderungen für die Schule
Wie man sehen kann, ist das Ergebnis bei weitem nicht perfekt, aber doch schon beeindruckend gut. Ein solches Tool bietet im Schulkontext logischerweise Chancen, birgt aber auch Herausforderungen. Das Erstellen solcher Produkte macht Spaß und motiviert. Um zu wirklich guten Ergebnissen zu kommen, ist auch eine gewisse gedankliche Eigenleistung schon nötig, auf der anderen Seite wird einem die handwerkliche Arbeit und auch große Teile des kreativen Prozesses abgenommen. Sollen solche Formate bewertet werden, muss das den Prozess zwingend einschließen. Die erstellten Ergebnisse können außerdem gut Anstoß zur Reflexion geben: Was passt gut? Wo sind Unstimmigkeiten? Wie kann der Prozess optimiert werden?
Wichtige Basiskompetenzen kommen bei der Erstellung eines solchen Produktes zu kurz, das Schreiben eigener Texte, die Strukturierung einer stimmigen Geschichte, die Entwicklung von eigenen Illustrationen usw., die KI nimmt einem diese Aufgaben ab und die Ergebnisse lehnen sich immer an schon irgendwo Bestehendem an.
Es liegt an uns Lehrkräften, geeignete Szenarien für den Einsatz zu finden. Möglichkeiten gibt es sicherlich genug und ich werde sicherlich die eine oder andere Idee einmal ausprobieren.