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Oktober 2016

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Methodenkiste: Cornell-Notizen

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Das Anfertigen von Notizen zu einem Vortrag ist zwar eher im Kontext der Vorlesungen an Universitäten angesiedelt, doch auch in der Schule kann es durchaus einmal vorkommen, dass diese Fähigkeit gefragt ist – etwa bei der Präsentation von Filmen oder bei Referaten. Nicht selten sieht man, dass diese Notizen sehr unstrukturiert und unvollständig gemacht werden bzw. Schülerinnen und Schüler hektisch alles Mögliche mitschreiben, entweder bis sie überhaupt nicht mehr mit dem Informationsfluss mitkommen und genervt aufgeben oder sich eine strukturlose Aneinanderreihung Stichpunkten bzw. Sätzen auf dem Blatt Papier befindet.

Um diesen Problemen zu entgegnen, ist es notwendig, das Anlegen von Notizen von vornherein richtig zu strukturieren. Eine Weg dazu sind die sogenannten „Cornell Notes“, entwickelt von Dr. Walter Pauk an der Cornell University, die ich einmal kurz vorstellen möchte. Die „Cornell Notes“ sind für diverse Arten von Vorträgen oder Lektüren geeignet.

Schritt 1: Vorbereitung

Die „Cornell Notes“ basieren auf der Einteilung jeder einzelnen Seite, auf die die Notizen eingetragen werden sollen. Am besten bereitet man gleich einen ganzen Schwung solcher Seiten vor. Alternativ kann man auch bereits für diese Methode vorbereitete Notizbücher und -blöcke kaufen oder Vorlagen für Textverarbeitungsprogramme herunterladen und sich die Seiten ausdrucken. Eine Word-Vorlage habe ich hier zum Download bereitgestellt: Word Cornell Notes Vorlage

Folgendermaßen sollte dein Blatt Papier eingeteilt sein:

Cornell Note

Der untere Bereich beträgt etwa ein Viertel der Seite und dient am Ende der eigenen Zusammenfassung. Besonders gut geeignet, wenn man Vorträge, Filme oder Lektüren auf eine bestimmte Fragestellung hin untersucht.

Der linke Bereich nimmt etwa ein Drittel der Breite ein und soll dir Platz bieten, um deine Notizen aufzuarbeiten, denn meistens sind Notizen zunächst noch unübersichtlich.

Der größte Bereich auf der rechten Seite ist für die Notizen während des Vortrags gedacht und muss dafür genügend Platz bieten.

Schritt 2: Notizen machen

Wichtig: Als erstes sollten zunächst immer wichtige Eckdaten wie z.B. Fach, Datum und Thema notiert werden, um später nicht in Verlegenheit zu kommen, die richtige Ordnung nicht mehr herstellen zu können.

Notiere dann nur im rechten Bereich der Seite die Informationen. Versuche nicht, alles mitzuschreiben, das schafft man nicht. Sollte es eine konkrete Fragestellung geben oder die Lehrkraft im Vorfeld sagen, worauf zu achten ist, dann konzentriere dich auch nur darauf. Gibt es diese Informationen nicht, achte auf spezielle Signalwörter wie „wichtig“, „wesentlich“ oder „zentral“, auf Ursachen und Begründungen, Betonungen und Wiederholungen. Schreibe nicht jedes Beispiel mit, sondern bleibe bei den Kerngedanken und paraphrasiere (umschreibe mit eigenen Worten)

Halte dich kurz, schreibe lediglich Schlüsselbegriffe auf. Notiere keine ganzen Sätze, sondern erstelle Listen, benutze Abkürzungen und Symbole. Kürze lange Wörter soweit ab, dass du Zeit sparst, sie aber noch erkennen kannst. Ziehe nach jedem Thema eine Linie oder lasse einen kleinen Abstand, um bereits eine erste Vorstruktur herzustellen. Und wenn du Fragen hast, notiere sie sofort. Eine eventuell nötige Überarbeitung der Notizen (Lesbarkeit!) sollte möglichst schnell erfolgen.

Schritt 3: Notizen erweitern

Wenn möglich, solltest du deine Notizen noch am selben Tag, spätestens am folgenden Tag überarbeiten und zusammenfassen. Nimm nur die wichtigsten Schlüsselbegriffe und schreibe sie in die linke Spalte. Das Wichtige in der rechten Spalte zu markieren kann dabei helfen. Streiche auch Dinge, die überflüssig sind.

Hilfreich kann es sein, die linke Spalte für Fragen zu benutzen, die dann mit Hilfe der Notizen in der rechten Spalte beantwortet werden können. Das hat ein bisschen was von einem umgekehrten Quiz, in dem die Antworten vorhanden sind und die passende Frage dazu gestellt werden soll.

Schritt 4: Notizen zusammenfassen

Nun ist der untere Bereich an der Reihe: Hier fasst du die Inhalte der Seite in eigenen Worten und wenigen vollständigen Sätzen zusammen. Diesen Bereich soll auch jemand verstehen können, der weder deine Notizen kennt noch den zugehörigen Vortrag/Lektüre/Film etc. mitbekommen hat. Wenn deine Notizen nicht genug Informationen hergeben, kannst du ggf. noch zusätzliche Informationen recherchieren. Das sollte aber die Ausnahme bleiben.

Mit Hilfe der „Cornell Notes“ kannst du auch Stoff lernen, da sie ähnlich wie Vokabelhefte aufgebaut sind. Decke die rechte Seite ab und versuche, die links notierten Stichpunkte und Fragen mit Inhalt zu füllen. Überprüfe anschließend mit der rechten Seite.

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